Sonntag, 6. Juli 2008

Hot or not? Master & Commander - Bis ans Ende der Welt

Gestern Abend gabs auf RTL Master & Commander - Bis ans Ende der Welt zu sehen. In der Romanadaption von 2003 wird die Jagd des englischen Kriegsschiffes HMS Surprise auf ein ihr überlegene französische Kaperschiff nacherzählt, was auf eine bestimmte Weise auch als sinnbildlich für das Schicksal des Filmes angesehen werden kann, der dem Fluch der Karibik-Hype ausser innerer Werte seinerzeit nichts entgegenzusetzen hatte.

Denn gerade was vor allem den beiden letzten Teilen der Piraten-Trilogie vorgeworfen wird umschippert Master & Commander bravourös. An keiner Stelle wirkt der Film überladen oder pathetisch, stets ist der Kurs auf den finalen Zusammenprall mit der französischen Acheron gesetzt. Dabei werden bemerkenswerterweise zu keiner Zeit die Gegner diabolisisert. Protagonist Captain Aubrey versteht die am Anfang stehende Attacke auf sein Schiff nüchtern als taktischen Schachzug, und führt auch die Verfolgung der Acheron als solchen aus, so dass keiner der Parteien die Rolle des Aggressors zu Eigen wird. Auch steht der Kampf nicht im Vordergrung, vielmehr erhält sich die Spannung durch die Konflikte der Individuen auf dem Mikrokosmos Schiff: Da wäre der Arzt, der seine Forscherambitionen in Sichtweite der Galapagos-Inseln den taktischen Interessen das Kapitäns opfern muss, die Seeleute, deren abergläubische Schuldzuweisungen einen jungen Offizier in den Selbstmord treiben, oder die Enscheidung des Kapitäns, den gebrochenen Mast zu kappen, um ein Kentern des Schiffes zu vermeiden, obwohl ein über Bord gegangener Matrose noch mit aller Macht versucht, den rettenden Masten zu erreichen.

Master & Commander ist bildgewaltig, sieht aber trotzdem realistisch aus, fesselt, ohne zu dick aufzutragen und ist intelligent, ohne langweilig zu sein. Ich persönlich mag das Genre und finde den Film dank den obigen Tugenden auf jeden Fall

HOT!

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