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Freitag, 19. Juni 2009

Medienbulimie – Alive and Rocking

Nach laaanger Abstinenz (oder wie Eminem sagte: "Back by Popular Demand") bin ich jetzt in einem spontanen Anfall von Schaffenslust fest entschlossen die ab und zu vorhandene Zeit wieder mehr in dämliche Kommentare zur Medienlandschaft zu investieren. Hoffen wir, dass das gut geht.

Auf Grund meiner in dieser Hinsicht gestiegenen Ansprüchen werd ich übrigens eine Neugestaltung des Erscheinungsbildes des Blogs in Angriff nehmen.

Mittwoch, 9. Juli 2008

Werdegang eines Plattencovers

Schriftteile in pink und hellgrün, rechtwinklig auf den Seiten eines Schwarzweissfotos angeordnet. Hört sich nicht gerade besonders ausgefeilt oder besonders geschmackvoll an, ist aber ziemlich oldschool und die Scheiben, die unter diesem Cover gelegen haben, haben es schon längst geadelt. Im kollektiven Bewusstsein gehalten durch Hommagen, ist es mittlerweile über 52 Jahre alt und verdient damit eindeutig, mal näher betrachtet zu werden.


Alles begann im Jahr 1956, als das linksstehende Design das selbstbetitelte Debutalbum schmückte. In der Rolling Stone-Liste der 100 besten Albumcover rangiert es auf Platz 40.
Musikalisch enthielt das Album noch hauptsächlich Country-Songs, unter anderem Blue Suede Shoes und belegte auf dem US Billboard Pop Albums Platz 1.


Ende 1979 veröffentlichten die britischen Punk Vor- und Überväter The Clash das Album London Calling. Die Band, die auch in Text und Musik nicht mit Anspielungen auf andere Künstler sparte, entwickelte das Elviscover geschickt weiter. Das Layout als Referenz für die musikalischen Dimensionen der Band, das Motiv als Bekenntnis zu den Wurzeln der Band, denen The Clash dann auch stets treu blieben. So bestanden sie darauf, das Doppelalbum zum Preis eines Einzelalbums zu verkaufen, weswegen sie zeitweise Schulden bei ihrer eigenen Plattenfirma machen mussten.
Die zwei erfolgreichsten The Clash Singles London Calling und Train in Vain sind dem Album entnommen und das Magazin Rolling Stone führt London Calling auf Platz 8 ihrer 2003 erschienenen Liste der 500 besten Alben aller Zeiten.

Auf dieses Album von Tom Waits wird zum Thema bei Wikipedia verwiesen. Rain Dog erschien 1985 und enthält die Musik aus Genres wie Blues und Experimental Rock. Als einziges Cover in dieser Liste enthält dieses eine veränderte Farbzusammensetzung. Auch das die Postion der Schrift wurde in die obere Ecke gespiegelt.



Ziemlich genau 20 Jahre später findet sich das nächste dem Muster folgende Albumcover, wobei es sich bei der CD um de Soundtrack zu dem Skatespiel Tony Hawk's American Wasteland handelt. Das Motiv ist eine gezeichnete Version des The Clash Covers, allerdings wurde die Gitarre durch ein Skateboard ersetzt, was auf einfallsreiche Weise einem Feature des Spiels Rechnung trägt, dass den Spieler nach Stürzen und missglückten Tricks das Sportgerät zerschmettern lässt.

Schließlich zu erwähnen bliebe da noch Reintarnation, ein 2006Best Of-Album von k. d. lang, einer kanadischen Country-Sängerin. Das Motiv scheint an das ursprüngliche Cover von Elvis Presley angelehnt zu sein, wobei der "k.d. lang"-Schriftzug im Format ziemlich genau dem auf London Calling entspricht.




Nachtrag: Unser Leser phish83 hat sich nicht lumpen lassen und mich auf ein Cover von Egotronic aufmerksam gemacht. Die Band macht berliner Elektropunk und auf der CD findet sich dann übrigens auch ein Track namens "Berlin Calling". Danke für den Hinweis nochmals an phish83!


Ich finde hier haben wir es also mit einer Reihe von Covern zu tun, die über die gesamte bisherige Lebensdauer der Rockmusik ihre Spuren hinterlassen haben, den Vergleich mit anderen oft kopierten Covern wie etwa dem des Beatles-Albums Abbey Road wahrich nicht zu fürchten brauchen und wohl insgesamt mehr Aufmerksamkeit verdient hätten.

Sollte uns ein Cover oder etwas ähnliches entgangen sein, meldet Euch in den
Kommentaren!

Mittwoch, 11. Juni 2008

Vorneweg: Notizen zum Blog selbst

Beginnen wir mit dem Offensichtlichen. Ein Blog. Oft genug fasziniert mich eine Idee oder ein Format für eine Website so sehr, dass ich versuche die ersten (und dann zugleich letzten) Schritte zu gehen ohne mir über den konkreten Inhalt des Projekts im Klaren zu sein. In diesen Fällen erreicht der sprichwörtliche Berg den Propheten dann auch selten.
Bei diesem Blog verhält es sich ausnahmsweise andersherum, nämlich dahingehend, dass ich den Inhalt, der hier in Kürze die Seiten füllen soll, stetig von mir gebe und die Idee, diesen nicht ausgesprochen zu lassen sondern aufzuschreiben und zu veröffentlichen, ist nahe liegend und vermutlich in ähnlicher Form für die Entstehung der meisten heutigen Religionen verantwortlich.

Mit dem Thema Sprachwahl bleiben wir beim Augenfälligen. Ich hätte gerne einen englischsprachigen Blog begonnen, dem immens größeren Publikums wegen, aber wer über Themen aus dem deutschen Alltag schreiben will, für den ist dieses Publikum ohnehin ziemlich verloren.

Drittens seien noch ein paar Sätze zum Layout geschrieben. Ich war bisher noch kein großartiger Blog-Leser, weshalb ich die Wirkung des Standartdesigns auf das erfahrenere Auge nich recht einschätzen kann. Persönlich finde ich es angenehm schlicht und jeder, dem es allzu sehr missfällt darf sich gerne melden und beschweren.


Wiederum habe ich nicht viel über die inhaltlichen Schwerpunkte des Blogs geschrieben, vor allem weil ich selbst lieber warten und sie sich entwickeln sehen will. Auch wenn der Rahmen eher provisorisch wirkt - was auch seinen Charme hat - habe ich ein gutes Gefühl bei der Sache, auch weil ich glaube jetzt schon viel zu schreiben zu haben.
Morgen werde ich versuchen mit ein bisschen Farbe das Todesanzeigenflair ein wenig einzudämmen.